#009 Canyon de Somoto

Samstag, 25. August

Am Samstag Morgen standen Kathi und ich schon um 5.30 Uhr auf, mussten jedoch erstmal feststellen, dass wir schon wieder kein Wasser hatten. Unsere Gastfamilie stellt das immer wieder im ganzen Haus ab. Warum wissen wir auch noch nicht so genau. Zum Glück stand unser Gastbruder kurz später auf und stellte es an. Wir packten unsere sieben Sachen und machten dann unter Aufsicht unserer Gastmutter unser Vesper. Eiegntlich hatten wir gesagt sie soll uns nur sagen wo die Sachen sind und wir machen dann alles selber, aber sie wollte unbedingt aufstehen und ging dann wieder ins Bett, als wir aufbrachen. Der Bus am Busbahnhof fuhr dann doch erst ne halbe Stunde später, also mussten wir warten. Aber Serena kam einfach nicht und niemand hatte die Nummer ihrer Gastfamilie. Wir schrieben ihr dann eine Nachricht auf ein Tempo und hingen es an einer Säule auf, bis wir auf die Idee kamen, bei einer der Lehrerinnen anzurufen. Das war uns etwas unangenehm, da es 7.15 Uhr an einem Samstag Morgen war. Es stellte sich heraus, dass sie verschlafen hatte und wir sie durch den Anruf der Lehrerin geweckt wurde. Es waren noch drei Minuten bis zur Abfahrt und wir riefen sie noch einmal an und sagten ihr sie soll zur Panamericana runterrennen. Für mich der pure Nervenkitzel, aber sie hat es geschafft und der Busfahrer hielt extra an um sie einzusammeln! :) Im Bus musste sie sich erstmal umziehen, da sie immernoch ihr Schlafshirt etc. trug. :D Dafür kassierte sie einige komische Blicke der anderen Mitfahrer, was wirklich witzig war!

Zwei Stunden ging es über die Panamericana Richtung Honduras bis wir in Somoto ankamen. Dort wartete unser Guide Osman auf uns. Er war ein Bekannter unserer Lehrerin und diese hatte ihn auch für uns organisiert. Vor uns lag eine Tour durch den Canyon, die 5,5 Stunden dauern sollte.
Zunächst fuhren wir aus der Stadt mit Taxis und wurden an einer Hütte rausgelassen. Wir sollten alle wichtigen Dinge, wenig Vesper etc. in nur zwei Rucksäcke packen, waren aber zu siebt, weshalb es etwas dauerte. Dann hieß es laufen. Nach der ersten Flußüberquerung waren unsere Schuhe nass, was wegen der Hitze aber so angenehm war. Osman hatte uns aber auch vorgewarnt, aber mir war wichtiger gut laufen zu können, als dass ich nasse Schuhe habe. Er selbst hat die Tour in Crocs gemacht! :D (Wir gingen davon aus, dass uns eine Wanderung erwartet!)
Nach kurzer Zeit sollten wir dann richtig nass werden. Am "Eingang" des Canyons wurden unsere Rücksäcke in eine Box gepackt, die Kameras in eine andere, wir bekamen Schwimmwesten an und sollten die Wasserflaschen vorne in die Westen hineinstecken, weil die Box dafür zu klein war. (Nur um die Bilder mit des Wasserflaschen zu erklären. :D)  Die haben in der Weste aber echt nicht gestört. Das Wasser war angenehm warm und wir schwammen ein kleines Stück. So ging es weiter, wir schwammen, bzw. ließen uns von Strömungen durchs Wasser treiben oder liefen. Tiefe Becken wechselten sich mit flachen steinigen Flüssläufen ab. An einigen war das Wasser tief genug um von Felsvorsprüngen zu springen! :) Es war einfach wunderschön. Die Felswände ragten über uns über 50 m in die Höhe, so dass teilweise kein Sonnenstrahl den weg zu uns fande. Man kann es kaum beschreiben, man muss es erlebt haben!
Die Stunden vergingen sooo schnell und wir genossen die Natur, in der weit und breit kaum eine Menschenseele zu sehen war. Es war richtig heiß, aber das Wasser verschaffte uns immerwieder angenehme Abkühlung. Die letzte Etappe legten wir mit dem Boot zurück und mussten danach noch eine halbe Stunde zurück zum Ausgangspunkt laufen. Da merkte ich wie müde mich die Canyontour gemacht hat! Der Guide brachte uns zurück zum Busbahnhof und kaufte uns allen noch eine Tüte mit traditionellem Maisgebäck, für welches die Region bekannt sein soll. Der Guide war wirklich nett aber schon bald verabschiedeten wir uns und traten die Heimfahrt an, auf der die meisten von uns geschlafen haben. Gegen 19 Uhr kamen wir dann im nächtlichen Estelí an und Kathi und ich mussten feststellen, dass in unserer Gastfamilie niemand daheim war. In der Küche stand unser Abendessen, aber da wir den ganzen Tag immerwieder unser Vesper vedrückt hatten, hatten wir beide keinen Hunger. Erschöpft vom Tag ging ich bald ins Bett. :)
Der Tag hat sich sooo sehr gelohnt! Schaut euch die Bilder an!
Liebe Grüße aus Estelí! :)

#008 Besuch einer Zigarrenfabrik

Mittwoch, 22. August

Heute ging es nach der Sprachschule in eine Zigarrenkfabrik. Wir trafen uns mit einer Lehrerin am Zentralpark, von wo aus wir mit dem Bus zu Fabrik fuhren. Das Gebäude sah im Gegensatz zu den anderen Gebäuden Estelís echt gut aus, was auf den Reichtum des Besitzers zurückzuführen ist. Hier aus Estelí sollen außerdem die besten Zigarren Nicaraguas kommen. Der Rundgang begann in den Räumlichkeiten, in denen die Tabakblätter getrocknet werden. Die Luft darin war so unangehm. Wir haben den Tabak sofort im Hals gespürt. Und alle arbeiten darin ohne Mundschutz! Wie soll man es denn dann aushalten über einen längeren Zeitraum dort zu arbeiten? Aber anscheinend werden die Angestellten dort richtig gut bezahlt. Dann ging es in den Saal, in dem die Tabakblätter ausgebreitet und sortiert werden. Je nach Ursprungsland haben sie eine hellere oder dunklere Farbe. Außerdem gibt es dickere Blätter für das Zigarreninnere und Dünnere für das Äußere. Die Blätter fühlen sich wie dünnes Leder an. Danach ging es in die Lagerräume. Die Fabrik produziert die Zigarren auf Wunsch der Kunden. Demnach variieren Länge, Dicke und auch die Form. Es gibt Runde, mit Spitze, ohne Spitze, Vier- und Sechseckige. Anschließend kamen wir in den großen Saal, in dem die Zigarren gedreht werden. Die Männer machen das Innere, was dann gepresst wird, bevor es an die Frauen weitergeht, die dann mit den dünnen Blättern für ein schönes Äußeres sorgen. Das war echt super interessant! Aber die Angestellten werden nach Stückzahl bezahlt und einige der Frauen waren unglaublich schnell und andere hingegen richtig langsam. Zuletzt ging es noch in den Raum, in dem die Zigarren verpackt werden. Teilweise gab es Zigarren die richtig teuer waren, und pro Stück 10 Dollar kosteten! Danach ging es wieder nach Hause mit Serena im Gepäck. Wobei Kathi und ich erstmal unsere Klamotten gewaschen haben und feststellten, dass die Haushälterin unsere Zimmer aufgeräumt hatte. Das war uns beiden etwas peinlich, da wir wegen dem Waschen Berge mit Dreckwäsche hingerichtet hatten, die jetzt fein säuberlich zusammengelegt neben unseren Koffern lagen. Und außerdem herrschte bei uns sowieso das Chaos! Naja. :D

Ganz viele liebe Grüße aus Nicaragua! :)

#007 Tagesausflug in das Naturschutzgebiet Tisey

Dienstag, 21. August

Kathi und ich sind kurz nach 5 Uhr schon aufgestanden, da wir bereits um 6 Uhr am Busbahnhof sein mussten. Statt einem Frühstück gab unsere Gastmama uns Sandwiches mit, die auch wieder superlecker waren! Wir sind mit dem Taxi zum Bahnhof gefahren, da die Busse so früh nicht oft fahren. Ich hab eh noch nicht ganz verstanden wann wie die Busse fahren. Ich glaube so etwas wie einen Busfahrplan gibt es auch nicht wirklich. Man stellt sich einfach an die Haltstelle und wartet auf den richtigen Bus. Im Bus gibt es dann einen Busfahrer und ein bis zwei Männer, die die Fahrgelder einsammeln (4 C pro Person) und für schnellen Aus- und Zustieg sorgen. Mich wundert das immerwieder, da das einsammeln der Gelder so abläuft, dass nach jeder dritten Haltestelle jemand durchgeht und sich genau gemerkt hat wer zugestiegen ist. Echt bemerkenswert, weil nie jemand vergessen wird oder jemand aufgefordert wird das zweite Mal zu zahlen.
Am Busbahnhof mussten wir wieder ewig warten. Das hab ich hier auch schon öfters erlebt: Erst wird gehetzt, um später dann wieder zu warten.
Mit dem Bus ging es dann auf einr Ruckelstraße in das Naturschutzgebiet. Dort angekommen organisierten die Lehrerinnen einen Guide, der mit uns rund vier Stunden wandern ging, wobei die Lehrerinnen natürlich wieder nicht mitkamen. Ich glaub niemand läuft hier viel. Da wunderts mich ehrlich gesagt nicht, dass sie meisten Nicaraguanerinnen richtig gut beieinander sind! Zum Beispiel ist Serena zu Fuß etwa 15-20 Min. von uns entfernt. Unser Gastbruder fande, dass das eine echt große Strecke ist und so redete, als ob Serena am anderen Ende der Stadt wohnt.

Unsere Guide führte uns inklusive vier großer Hunde zuerst auf einen Aussichtspunkt. Die Gegend ist echt wunderschön, wobei es an dem Tag recht kalt war. Auf dem Weg haben wir auch einen Kolibri gesehen. :)

Der Wald bestand aus Pinien, also ein Nadelwald, da uns erklärt wurde, es sei die Grenze von Nord- und Südamerika. In Südamerika gibt es keine Pinien mehr. Der Guide erzählte auch, dass es in dem Gebiet Löwen gibt, wobei wir glauben, dass er eher die Pumas gemeint hat. Es ging wieder querfeldein über sämtliche Kuhweiden. Die nächste Station war ein Aussichtspunkt, von dem man einen Vulkan sehr gut sehen konnte. Es war wirklich schön! Seht euch die Bilder an!
Danach kamen wir durch ein Dorf, in dem einige Künstler leben und in kleinen Läden ihre Werke verkaufen. Das war auch schön anzusehen. Anschließend ging es zurück zum Startpunkt, wo die Lehrerinnen warteten. Wir aßen dort noch gemeinsam Mittag und fuhren mit dem Bus über die Ruckelstraße wieder zurück. Mich wunderts echt, dass die Busse bei der Belastung nicht auseinanderfallen, da man großteils so sehr durchgeschüttelt wurde! Erschöpft kamen wir am späten Nachmittag zurück nach Hause. :)

#006 Alltag in Estelí

Montag, 20. August

Kathi und ich stehen unter der Woche jeden Morgen gegen halb 7 auf, duschen und werden dann zum Frühstück gerufen. Meist gibt es dann leckeres kleingeschnittenes (!) Obst, Toast mit Marmelade, Frischkäse und Joghurt. Danach fahren wir mit dem Bus zur Schule, die um 8 Uhr beginnt. Um 12 Uhr fahren wir dann wieder nach Hause, gehen schnell in den Laden unserer Gastmama und geben ihr Bescheid, dass wir da sind. Sie fertigt in ihrem Geschäft supertolle Pinatas, die kunterbunten mit Süßem gefüllten Figuren, die die Kinder zum Geburtstag bekommen und mit einem Stock blind kaputt schlagen müssen, damit der Inhalt zum Vorschein kommt! Danach bringen wir das Schulzeug in unsere Zimmer und warten bis unsere Gastmutter kommt, um gemeinsam mit uns zu Mittag zu essen. Danach ruhen wir uns meistens bisschen aus, da es um die Mittagszeit richtig heiß ist. Manchmal treffen wir uns dann mit den anderen in einem Café oder gehen abends gemeinsam in den Tanzkurs. Abends wird dann wieder gemeinsam gegessen und oft sitzen wir dann noch zusammen und reden, wobei ich echt sagen muss, dass ich immer mehr verstehe! :) 

Gestern, am Sonntag kam Serena gegen Mittag zu uns, da wir den Luxus haben, Internet im Haus zu haben. Außerdem haben wir warmes Wasser zum duschen, auch purer Luxus hier! :) )
Mittags gab es wieder ein superleckeres Mittagessen, welches das erste Mal Rindfleisch beinhaltete. Bisher gab es immer Hühnchen, was aber echt superlecker ist! Das können die Nicaraguaner wirklich: Hühnchen zubereiten! :) Meine Gastmama meinte auch sie findet gute Ernährung wichtig. Bei uns gibt es auch echt abwechslungsreiches Essen im Gegensatz zu dem, was ich von den anderen Deutschen so höre. :)
Den ganzen Sonntag haben wir bisschen Organisatorisches besprochen, z.B.: Wann wir unsere Reise nach Alajuela antreten etc. und haben gefaullenzt. Muss auch mal sein! :)

 

Serena heute war krank und deswegen nicht in der Spachschule. Mittags bat sie uns dann, ihr ein Thermometer zu bringen, also packte Jan alles Mögliche an Medikamenten und Co ein und Julia und ich machten uns auf zu Serena. Aber ihre Beschreibung war echt mies. Hier gibt es keine Adressen. Man beschreibt den Wohnort anhand von Kirchen, großen Plätzen oder anderen gut erkennbaren Dingen. Ihre Beschreibung lautete: Von der Bushaltestelle Richtung Julia rechts hoch, rechts Comedor mit schwarzen Gittern, danach gelbes Haus mit weißen Gittern, gegenüber Pulperia (eine Art Tante-Emma-Laden). Gelbes Haus=Gastfamilie. Also suchten Julia und ich über eine halbe Stunde die Blocks ab, da wir nicht wussten welche Straße wir rechts hoch mussten. Irgendwann wählten wir das nächstbeste Haus neben einem Comedor (Imbiss), welches grün und gelb gestrichen war - und hatten Glück! Wir waren nämlich beide kurz davor aufzugeben. Aber dort wohnte tatsächlich Serena, die wirklich froh war uns zu sehen! :)

Fazit: Ein Hoch auf das Adressensystem in Deutschland, das uns hier über eine halbe Stunde Zeit + Nerven erspart hätte. :))


Noch zwei Dinge, die ich über die Nicaraguaner berichten möchte:

- Sie glauben, es bringt Unglück, wenn man die Tasche auf den Boden stellt! Deswegen zeigen sie immer sofort auf die jeweilige Tasche, wenn sie eine auf dem Boden sehen! :D Ich vergess es jedes Mal und werde in der Sprachschule immerwieder darauf hingewiesen. Aber ich bin nicht die Einzige, die sich daran noch nicht gewöhnt hat! :D

- Außerdem glauben sie, dass die Kombination von heiß und kalt krank macht. Zum Beispiel muss die Milch für einen Kaffee extra erwärmt werden, bevor sie hineingegossen wird. :D Man darf auch nicht direkt nach dem Sport duschen, da es hier in den meisten Haushalten nur kaltes Wasser gibt. Alles etwas skurril. ;)

 

Andere Länder, andere Sitten!

 

Liebe Grüße! :)

#005 Ausflug ins Naturschutzgebiet Miraflor :)

Samstag, 18. August

Am Freitag Nachmittag trafen wir uns alle (Serena, Kathi, Jan, Julia & ich) am Kinderspielplatz, um von dort zum Haus meiner ersten Gastfamilie zu gehen. Anna war leider krank und konnte nicht mitgehen. Mit meinen ersten Gasteltern, Anna und Cordula (zwei Mädchen aus der anderen deutsche Truppe) ging es zum Busbahnhof. Es war wieder etwas typisch: Wir mussten uns so beeilen, um dort hinzukommen, saßen letzten Endes jedoch noch eine halbe Stunde herum und warteten bis der Bus kam. Die Fahrt war dann echt ungemütlich! Auf der Nicaraguakarte war die Straße gelb eingezeichnet, also als große Bundesstraße. Jedoch entpuppte sie sich dann als Schotterpiste mit teilweise zu großen Steinen, so dass es echt ruckelig zuging. Ständig kamen Straßenverkäufer rein und priesen lautstark durch den gesamten Bus ihre Waren an, was wirklich nervig war. Außerdem war der Bus echt voll und einige mussten stehen, was wegen dem Geschüttel und Gerüttel bestimmt nicht angenehm war! Der Bus kam nur langsam voran aber nach rund 2,5 Stunden kamen wir an einer der vielen Haltestellen im Naturschutzgebiet Miraflor an. Nach einem kurzen Weg zu Fuß, vorbei an einer Finca und Pferden, erreichten wir unser Nachtquartier. Es war so, wie man es von Bildern her kannte und ich mir es vorgestellt hatte. Sehr einfaches Haus, viele leben unter einem Dach und weit und breit keine andere Menschenseele. Das Gute war, dass mein Gastvater einen Freund dabei hatte, der die Familie, bei der wir unterkamen kannte und uns am nächsten Tag auch durch das Naturschutzgebiet führen sollte. Nachdem wir etwas beisammen saßen, hieß es auf einmal es gäbe ein Baumhaus, in dem man übernachten könne! Also machten sich alle auf um dieses anzuschauen! Und tatsächlich! Auf der anderen Seite der Schafweide gab es ein Baumhaus, wie es in jedem Kindertraum vorkommt! In rund 12 Metern Höhe befand sich ein Bett für zwei Personen und das Baumhaus hatte sogar einen Balkon mit zwei Platikstühlen und einem Tischlein! Da für mich der gesamte Trip sowieso das reinste Abenteuer war, wollte ich natürlich unbedingt im Baumhaus schlafen! Zum Glück haben mir die anderen Mädels den Vortritt gelassen, da sie zwei große Spinnen gesichtet hatten. :D Gegen später gab es ein super leckeres Abendessen mit selbstgebackenem Brot. Zum Nachtisch gab es dann selbstgebackene süße Kekse. Es war echt lecker! Generell schmeckt mir hier das Essen sehr gut!
Wir saßen noch mit meinen Gasteltern etwas zusammen bis Jan und ich uns zum Baumhaus aufmachten! Die Nacht war grandios, denn im Wald hört man so manche wilde Tiere heulen und ich hatte noch nie so eine klare nacht mit so vielen Sternen gesehen. Jedoch war es echt kalt. Dadurch, dass es tagsüber immer rund 35 C° hat, kommen mir die 20-25 C° in der Nacht wirklich kalt vor.
Am nächsten Morgen gab es gegen 7 Uhr bereits frühstück, da wir uns direkt danach aufmachten, das Gebiet zu erkunden. Der Freund meines Gastvaters erwies sich als guter Guide. Wir sind oft querfeldein gelaufen, oft über irgendwelche Kuhweiden, sind über Zäune geklettert und haben Flussläufe überquert. Sogar an einem kleineren Wasserfall kamen wir vorbei! Die Natur ist echt wunderschön hier. Nachdem es morgens neblig und frisch war, wurde es gegen Mittag echt heiß und da unser ganzes Wasser aufgebraucht war, war der Rückweg zu Finca eine echte Qual, da es auch noch steil den Berg hochging. Unterwegs trafen wir jedoch einige Deutsche der anderen Gruppe, die zu Pferd unterwegs waren, und natürlich wollten wir auch reiten! Unser Guide hat uns später auch tatsächlich Pferde organisieren können. Aber zuerst ging es zurück zu Finca, wo ein Mittagessen auf uns wartete. Als wir fertig waren kam auch schon ein Bauer mit fünf Pferden, vier davon für uns. Anna, Serena, Kathi und ich gingen reiten, während die anderen noch die Gegend zu Fuß erkunden wollten. Nachdem wir den gesamten Vormittag gelaufen sind, war es wirklich angenehm getragen zu werden. So saßen wir knapp drei Stunden auf dem Pferd bis unser Trip an der Bushaltestelle aufhörte und wir den Heimweg antraten. Der Ausritt war somit der krönende Abschluss dieser zwei unglaublichen Tage! :)
Wir waren alle total müde und geschafft und versuchten trotz holpriger Straße im Bus zu schlafen bis wir zwei Stunden später wieder in Estelí ankamen.
Das Naturschutzgebiet Miraflor hat mir sehr gut gefallen und die Natur Nicaraguas ist schöner, als ich sie mir vorgestellt hatte. :)
Ich hoff ich kann mit den Bildern einen Eindruck davon vermitteln!
Liebe Grüße :)

#004 Wochenmarkt in Estelí

Freitag, 17. August

Zusammen mit unseren Lehrerinnen trafen wir uns heute morgen um 8 Uhr am Zentralpark im Stadtzentrum von Estelí, um von dort aus gemeinsam zum Markt zu gehen. Der Markt war echt super, da es so viele Früchte gab, die ich nicht kannte, dwelche ich noch nie gesehen habe! Was mir nicht so gefiel war, dass lebende Hühner verkauft wurden, die an den Beinen zusammengebunden waren, so dass sie nicht laufen konnten. Die pure Tierquälerei!!! :( Dazu kam, dass auf den Köpfen Aufkleber mit dem jeweiligen Preis war.
An einem anderen Stand gab es junge Kaninchen in einer Kiste. Am liebsten hätte ich die Süßen einfach mitgenommen! Naja, andere Länder - andere Sitten.

Die Nicaraguaner essen ganz viel Käse und Crema. Das gibts fast bei jedem Essen als Beilage. Der Käse erinnert stark an Fetakäse, wobei er oft eine künstliche Note hat und nicht wirklich gut ist, aber die Nicaraguaner sind ganz stolz auf ihren Käse. Kathi mag den Käse auch nicht und wir haben mit unserer Gastmama über Schweizer Käse geredet und sie sagte sie find das ekelhaft, weil um den Käse reifen zu lassen Tiere benötigt werden. Sie meinte damit Bakterien und wir konnten nicht recht verstehen, welches Problem sie damit hat, da so gut wie überall Kleinstlebewesen leben.

Nun ja bei der Crema hier handelt es sich, um ein Gemisch aus süßer uns sauer Sahne, glaube ich zumindest. Milch und diese Crema werden ausschließlich in Tüten verkauft. Außerdem gibt es zu jedem Essen Tortillas. Auf dem Markt konnte man all das ungekühlt kaufen, was teilweise dann auch echt nicht so lecker aussah. Außerdem gibt es hier überall Salat, den man bei uns in Deutschland wegschmeißen würde. Meine Gastmama sagte auch sie desinfizieren den Saslat bei uns zu Hause auch, weil man ihn sonst nicht essen könnte. Ich frag mich echt, wie die das machen. Naja bisher hatte ich keine Probleme mit dem Magen! :)
Ehrlich gesagt hatte ich mir den Markt etwas größer vorgestellt, aber es waren nur einige wenige Stände. Das liegt vermutlich daran, dass es die wichtigsten Dinge an jeder Ecke zu kaufen gibt. Es gibt nämlich überall Straßenverkäufer mit günstigem Obst und Gemüse. Da bezahlt man zum Beispiel für eine geschnittene Mango 5 Cordoba (30 Cordoba = 1 Euro). Also wirklich billig! Generell ist das Verhältnis zu Geld ein ganz anderes. Im Bus zahlt man 4 Cordoba und für eine Taxifahrt 10 pro Person. Wenn aber der Taxifahrer 15 verlangen will, schickt man ihn weiter obwohl der Unterschied für uns kaum etwas ausmacht.
Ich kann echt nicht klagen, bisher lässt es sich hier gut Leben! :)

#003 Aufbruch nach Estelí & die ersten beiden Tage Sprachkurs

Mittwoch, 15. August

Wir haben erstmal ausgeschlafen, während die Nicaragua-Freiwilligen Anna, Julia und Jan zur Botschaft sind um ihr Visa zu bekommen. Als die dann zurückkamen, sind wir wieder in einem Comedor essen gegangen. Danach hat Kathi für uns zwei Taxis bestellt, um uns zum Busbahnhof zu bringen, wobei das wieder Taxis waren, bei denen man meinen konnte, sie fallen gleich auseinander. Der Taxifahrer hat auch unsere Sachen über die Rücksitzlehne in Kofferraum reingetan, weil der Kofferraum nicht aufging. Außerdem wurde im anderen Taxi der Kofferraum zugebunden, da zu viel drin war um ihn zu schließen! :D Am Busbahnhof angekommen kamen sofort unzählige Männer, die die Koffer und Tasche nehmen wollten, um diese in ihren Bus zu packen. Zum Glück haben wir den richtigen Bus auch ohne deren Hilfe ziemlich schnell gefunden. Die Koffer mussten unten in die Gepäckfächer und wir hatten erst etwas Angst, aber zum Glück kamen sie mit uns in Estelí an! Die Fahrt war echt wunderschön! Für 70 Cordoba (30 C = 1€) ging es 2,5 Stunden über die Pan Americana. Ich hatte mich schon gefragt, wo der viele Reis angebaut wird, aber jetzt weiß ich es! Auf der Fahrt kamen wir nämlich an riesigen Reisfeldern vorbei bevor es dann in die Berge ging. Denn Estelí ist ziemlich hoch gelegen im Gegensatz zu Managua. Hier ist es auch viel kühler, was wegen der hohen Luftfeuchtigkeit, echt angenehm ist. Von Busbahnhof in Estelí sind wir wieder mit Uralt-Taxis zur Schule gefahren. Dort war weit und breit niemand. Irgendwann haben wir eine Frau gefunden, die anscheinend nicht so recht wusste, dass wir kommen, aber nach einer halben Stunde kam unsere Lehrerin, die uns in Gastfamilien einteilte. Nach einer weiteren halben Stunde des Wartens kamen einige Gasteltern. Kathi und ich wurden jedoch in unsere Familien gebracht, die leider nicht wussten, dass wir kommen. Ganz verwundert stand mein Gastvater in der Tür. Hier läuft das irgendwie so, dass die Sprachschule eine gewisse Anzahl an Gastfamilien hat, die 50 Dollar die Woche bekommen und dann eben je nach Bedarf ausgewählt werden. Am Anfang war es echt schrecklich. Ich konnte kein Spanisch und mein Gastvater konnte kein Englisch. Außer ihm war nur die Haushälterin da, die mich die ganze Zeit nur anstarrte. Ich habe ihm versucht zu erklären, dass wir sechs Deutsche sind, die nach Alajuela, bzw. Puerto Cabezas gehen, aber es war furchtbar mühsam und die Atmosphäre war angespannt. Irgendwann kam dann Paola, meine 15-Jährige Gastschwester, die zum Glück etwas Englisch sprach. So konnten wir uns etwas unterhalten, wobei sie es komisch fanden mit 19 von zu Hause wegzugehen. Hier haben die Mädchen ziemlich früh einen Freund. Verhütet wird nicht und bevor das erste Kind kommt, wird meist geheiratet. Später stand dann auf einmal Anna vor mir, eine andere Deutsche, die in meiner Familie wohnte, und auch zum Sprachkurs in Estelí ist. Ein Stein fiel mir vom Herzen, weil sie Spanisch spricht. Jedoch war die Gesamtsituation für mich etwas unbehaglich, da Anna in meinem Zimmer geschlafen hatte, jetzt aber das Zimmer der Eltern bekommen hat, die jetzt im Zimmer der Tochter schliefen. Die Tochter schlief im Bett der Haushälterin und die widerum schlief auf dem Sofa. Ich bin auch nur bei der Familie, da es zu wenig Gastfamilien gibt. Die Familie ist ziemlich herzlich und sehr bemüht und Anna eine große Hilfe.
Am nächsten Tag hatte ich dann nachmittags Sprachkurs. Serena und ich sind zu zweit bei einer Lehrerin, die sich als die Nichte meiner Gastmutter herausstellte. Der Sprachkurs ist echt super. Abends war ich noch mit Anna und Cordula, einer weiteren Deutschen aus der anderen Gruppe bei einer Aerobic-Tanz-Stunde. Der Lehrer war echt witzig und es hat super viel Spaß gemacht!
Aber ich war abends so müde und bin direkt ins Bett. Leider bin ich dann heute morgen sehr früh aufgewacht, da die Wachhunde ab 5 Uhr ununterbrochen gebellt haben.
Zum Frühstück bekam ich gekochte Banane. Das war sooo superlecker! Die machen hier mit Bananen sowieso alles, kochen, frittieren, salzig, süß oder „roh“. Wobei sie generell viel Zucker und viel Fett verwenden. Auch die Getränke sind nach meinem Geschmack viel zu süß. Außerdem war der zweite Tag des Sprachkurses und ich versteh schon mehr, als ich dachte. Die Lehrerin ist geduldig und ich geb mein Bestes.
Nachdem ich in meiner Gastfamilie ein superleckeres Mittagessen hatte mit der Yuca-Wurzel, die geschmacklich etwas an eine süßliche Kartoffel erinnert, habe ich die Familie gewechselt. Zwar sagte mein Gastvater ich könne gerne bleiben, aber ich fand einfach die Schlafsituation so dumm. Vielleicht denk ich da noch etwas zu deutsch, aber mir war das echt bisschen unangenehm, dass jetzt wegen mir die Eltern ihr Schlafzimmer hergegeben haben. Ich wohne jetzt, eine Straße weiter, bei Kathi in der Familie, die ein riesen Haus inklusive zweier Gästezimmer hat, deswegen ist das auch kein Problem. Vor allem, da Kathis Gastmutter von Anfang an sagte, ich könne zu ihnen kommen.
Mit Kathi, Serena, den anderen Deutschen Mädels und meiner ehemaligen Gastschwester Paola, die ich zuvor abholte, sind wir dann vorher nochmal in den Aerobic-Tanz-Kurs gegangen. Ich glaube, ich werde morgen Muskelkater haben, denn am Ende sollten wir Sit-Ups machen. Außerdem ist mir aufgefallen, dass die meisten Frauen hier richtige Bäuche haben, was mich bei den ganzen frittierten Sachen absolut nicht wundert. Da hoff ich mal, dass ich in dem Jahr nicht allzu viel zunehme!

Liebe Grüße aus Estelí!

#002 Essen gehen, einmal anders! :D

Sonntag, 12. August

Nur um euch mal einen Eindruck zu vermitteln: Vorher waren wir essen. Auch wieder ein Erlebnis für sich. So ein kleines „Restaurant“ nennt sich hier Comedor. Leider ist das Bild etwas dunkel, aber im Hintergrund ist die "Küche", direkt an der Straße. Wir waren zu fünft: Serena, Kathi, Jan, Raffael und ich. Zuerst haben wir Getränke bestellt: vier Cola und ein Wasser. Das Wasser musste dann erstmal gekauft werden! :D In Deutschland werden ja manchmal so Witze gemacht: „Das Schwein muss erst geschlachtet werden“. Ja hier ist das wirklich so! :D Als die Bedienung dann zurück kam, sagte sie zu einer anderen: "Die eine möchte Wasser", die daraufhin dann gelacht hat! Dann fragte Raffael nach Essen, und sie waren ganz verwundert, dass wir auch was essen möchten. Eine andere Bedienung kam, hat uns gesagt, was es alles zu Essen gibt, das man beliebig irgendwie zusammenstellen kann, aber Raffael fragte dann erstmal nach einem Zettel, um alles selbst aufzuschreiben. Aber natürlich haben die das trotzdem nicht verstanden und so wurde statt zwei Portionen Enchilada mit Gallopinto, zwei Enchiladas mit Gallopinto, also eine Portion gebracht. :D Gallopinto ist hier das Nationalgericht: Reis und Bohnen, wirklich gut, wobei das Costa Ricanische Gallopinto noch besser sein soll! :) Als dann gefragt wurde, ob wir Salat wollen, und wir verneinten, wurde natürlich trotzdem Salat gebracht! Nur um mal kurz klarzustellen: Raffael war jetzt ein Jahr hier und kann Spanisch, also an Sprach-Missverständnissen kann es nicht gelegen haben! Generell war es ziemlich witzig und das Essen war echt lecker, aber alles ist recht fettig, weil alles frittiert wird. Obst, Fleisch, Reis, egal, alles wird frittiert! :D Für das Essen mit Getränk musste ich umgerechnet nicht mal zwei Euro ausgeben.
Morgen gehts nach Esteli! :) Liebe Grüße aus Managua!

#001 Ankunft Nicaragua :)

Samstag, 11. August

Abflug: 10. August! :) Von Frankfurt ging es für uns sechs Freiwillige ( Serena, Kathi und ich für Costa Rica und Jan, Julia und Anna für Nicaragua) mit dem A380 nach Houston/Texas. Der Flug war wirklich super! Man wurde regelrecht verwöhnt, ständig gab es irgendwas zu essen, trinken oder zu snacken! ;) Jeder hatte einen eigenen Bildschrim vor sich mit einer grandiosen Film- und Serienauswahl, und ganz viel anderem! Ich hab 4 Filme angeschaut. In Houston angekommen mussten wir erstmal ewig warten bis es dann nach Managua weiterging. Im Flieger bin ich dann auch ziemlich schnell eingeschlafen. In Managua, der Hauptstadt Nicaraguas angekommen, wurden wir von den jetzigen fünf Freiwilligen (Hanna, Jenny, Caro, Annika und Raffael) abgeholt, die schon über zwei Stunden gewartet hatten. Unser Flug hatte ewig Verspätung.
Die ersten Eindrücke in Managua waren dann ziemlich witzig. Regen ohne Ende und die Taxis konnten nich kommen, da laut dem Taxifahrer ein Flugzeug über die Straße fuhr! Erst dachten wir, wir haben was falsch verstanden oder der Taxifahrer redet Müll, aber als wir dann raus gingen, wars Tatsache! Ein Flugzeug wurde von einem Traktor über die Straße gezogen! :D Die folgende Taxifahrt war auch sehr abenteuerlich... zu elft haben wir uns in die zwei Taxis gequetscht. :) Ich hatte das Gefühl, das Auto fällt gleich auseinander! :D Mitten in der Nacht kamen wir endlich in unserem Hostel an! Ich war mittlerweile seit 24 Stunden wach.
Heute morgen sind wir erstmal frühstücken gegangen und mussten natürlich das Nationalgericht probieren! Reis und Bohnen habe ich mir ehrlich gesagt schlimmer vorgestellt! Aber ist ganz lecker. Ansonsten haben wir uns ganz viel unterhalten mit den ehemaligen Freiwilligen.. tausend Fragen und noch mehr Antworten. Am Mittag waren wir superlecker Mittagessen! Wobei es echt billig ist: Ich hab' grad mal für Frühstück + Mittagessen, inklusive Getränke um die 5 Dollar ausgegeben!

Außerdem waren wir noch im Supermarkt. Auch ein Erlebnis für sich, mit riesigen Papayas, grünen Orangen, bergeweise Ananas, hochglanzpolierten Äpfeln und unzähligen Citrusfrüchten, die ich noch nie gesehen habe!

Auf der Straße wird man andauernd angehupt, oder es wird einem nachgepfiffen. Aber gekonnt ignorieren hilft! :)
Am Montag werden die jetzigen Freiwilligen ihre Reise nach Deutschland antreten und wir sind dann auf uns gestellt! Für uns gehts dann in den Norden, nach Estelí, wo wir drei Wochen einen Sprachkurs besuchen werden, bis es dann weiter nach Costa Rica geht!
Bis bald ihr Lieben! :)