#024 Weihnachten & Silvester

Donnerstag, 10. Januar

Hallo liebe Leser :)

 

Ich wünsche noch nachträglich allen ein frohes, neues Jahr! :)

Seit meinem letzten Blogeintrag ist schon wieder knapp ein Monat vergangen. Die Zeit rast einfach! Das ist unglaublich. In vier Wochen ist also Halbzeit angesagt!

 

Aber nun will ich von den vergangenen Wochen erzählen.

Anfang Dezember kam mein Onkel und meine Tante aus Deutschland um mich zu besuchen. Zuerst haben sie mit einer Reisegruppe zwei Wochen lang die schönsten Plätze des Landes besucht und nachdem sie dann mehr gesehen hatten als ich, sind sie zusammen mit Kati und mir nach El Coco/Guanacaste gefahren. Dort verbachten wir die Weihnachtsfeiertage bei 30°C, Strand, Meer, viel Sonne und alles was noch zu einem richtigen Urlaub gehört. Für Kati und mich war es die erste Arbeitsfreie Woche seit unserer Ankunft in der Fundación Anfang September. Es war super entspannend, den ganzen Tag mal nichts zu tun, am Strand zu faulenzen oder die Pelikane an menschenleeren Stränden zu beobachten. Zu dem Strand, an dem es Pelikane gab, mussten wir eine ziemlich abenteuerliche Strecke auf uns nehmen. Mit dem All-Rad-Wagen eines Freundes ging es sprichwörtlich über Stock und Stein, durch einen Fluss bis wir vor einem Schild anhielten, auf dem vor Aligatoren gewarnt wurde. Aber der Strand entpuppte sich als Naturparadies. Keine weiteren Menschen, Pelikane, allerhand Echsen, Seeigel und beim schnorcheln erblickte ich einige Kugelfische. Wunderschön einfach und Aligatoren haben wir nicht gesehen. ;)

Die Ferienwohnanlage, in der wir die Woche verbrachten, haben wir im Oktober schon einmal besucht gehabt. Sie gehört den Großeltern von unserem Freund Esteban und da somit seine komplette Familie ebenfalls die Weihnachtsfeiertage dort verbrachte, wurden wir zum Truthahnessen eingeladen! Ich glaube ohne dieses Essen am 25. Dezember, wär Weihnachten nur halb so schön gewesen. Denn bei der Wärme und der Costaricanischen Vorliebe für grässlichen Weihnachtskitsch kam in mir keine Weihnachtsstimmung auf. Aber dafür war der erste Weihnachtsfeiertag umso schöner. Heiligabend verbrachten wir am Pool mit anderen Bewohnern der Anlage. Auch das war ein super angenehmer und vor allem internationaler Abend mit wunderbarem Essen, da jeder etwas mitgebracht hatte. So gab es kanadischen Braten mit Pflaumenfüllung, Reis mit Rosinen, einer köstlichen Rote-Beete-Suppe, Tortilla-Chips mit verschiedenen Dips, gefüllte Cocktailtomaten, Häppchen und weiteren Leckereien. Mit Karaoke, Wein und den Füßen im Pool ließen wir den Abend gemütlich ausklingen.

Aber leider ging die Woche viel zu schnell vorbei und nachdem wir zurück in Alajuela waren, hieß es am 26. auch schon wieder Abschied nehmen von Onkel und Tante.

Am nächsten Tag klingelte erneut mein Wecker um 5.45 Uhr und arbeiten stand wieder auf dem Programm.

 

Silvester feierten wir in Kleidchen und Sandalen gemeinsam mit befreundeten Studenten. Es war die ganze Nacht hindurch angenehm warm. Im Haus von Alejandra grillten wir mit ihrer Familie. Es gab Tortillas, Bohnenmusdips und andere typisch costaricanische Dinge zum futtern. Dauernd kam Alejandra's Mama vorbei und wollte uns verköstigen. :) Es war ein toller Abend und um Mitternacht gingen wir alle auf die Straße. Jedoch war ich etwas enttäuscht. Die Straßen waren wie leergefegt. Es gab kaum Feuerwerk und keine fremden Menschen die einem ein frohes Neues wünschen wollten, obwohl man sie nicht kennt. Da vermisste ich echt den magischen Moment um 24 Uhr in Deutschland mit all den Menschen auf den Straßen. Alle wünschen sich nur das Beste fürs neue Jahr und überall erleuchtet der Himmel. Aber ich glaube auch im Nachhinein, dass die Raketen, die man in Deutschland überall kaufen kann, hier nicht so üblich sind.

 

In der Fundación fühle ich mich nach wie vor richtig wohl. Nachdem ich die Woche in Guanacaste verbracht hatte, sagten meine Kolleginnen, dass ich ihnen gefehlt hätte. :) Mir macht das Arbeiten Spaß und sowas zu hören ist natürlich dann nochmal schöner.
Seit Montag arbeiten in der Fundación zwei amerikanische Physiotherapie-Studentinnen für acht Wochen. Daher helf ich jetzt nicht mehr bei der Physiotherapie, sondern bin den kompletten Tag im Haus beschäftigt. Trotzdem bin ich fast täglich aufs Neue überrascht, was die Bewohner alles können. Ich beobachte immer wieder, wie sie zum Beispiel Knöpfe aufmachen oder ich höre sie meinen Namen sagen. Das sind zwar nur Kleinigkeiten, aber solche Dinge machen die Arbeit in der Fundación aus. :)

Ich bin grad fast täglich verantwortlich für die Medikamente und schaff es dadurch nicht mehr in die Wäscherei nachmittags, um beim Wäsche zusammenlegen zu helfen. Jedoch war ich heute mal wieder dort. Ich liebe es einfach. Elsa und Liseth sind auch immer sehr nett und wir plauderten wieder eine ganze Menge. Sie sagten ich muss öfter kommen, um noch mehr Spanisch zu lernen. In der Wäscherei fällt mir das Sprechen auch viel einfacher, weil wir alle in einem Raum sind und nicht ständig von Raum zu Raum rennen, wie im Haus. Die beiden Lachen manchmal oder tauschen belustigte Blicke aus, wenn ich mal etwas nicht verstehe, aber ich merke jedes Mal aufs Neue, wie Willkommen ich dort bin. :)


Morgen ist mein letzter Arbeitstag, bevor ich vier Wochen frei habe. Morgen Abend hole ich Anna, eine gute Freundin, am Flughafen ab, die mich für 2,5 Wochen besuchen kommt. Danach findet das Zwischenseminar der Landeskirche statt. Dabei sehe ich endlich mal wieder die nicarguanischen Freiwilligen Anna, Julia, Jan und Johanne! :) Mit ihnen will ich nach dem Seminar noch eine Woche rumreisen.
Gestern kündigte Schwester Patricia und eine Kollegin wieder an, dass ich ihnen fehlen werde, aber ich freu mich soooo sehr auf die kommenden Wochen!

 

Zur Zeit lerne ich außerdem jeden Abend fleißig Spanisch Vokabeln und Kati bringt mir ein Stück auf dem Klavier bei. :)

Viele liebe Grüße aus dem heißen Alajuela!
Eure Alexandra