#025 Zusammenfassung der vergangenen Wochen :)

Donnerstag, 21. März

Hallo ihr Lieben!

 

Die Zeit rast. Das ist der Wahnsinn! Schon wieder sind mehr als zwei Monate seit meinem letzten Blogeintrag vergangen. Tut mir Leid, dass ich immer weniger Blogeinträge schreibe, aber solange ihr nichts von mir hört, könnt ihr davon ausgehen, dass es mir hier sehr gut geht! :)

 

Was in den letzten Wochen so geschehen ist:

 

Am 11. Januar kam meine gute Freundin Anna aus Deutschland mich besuchen.

 

Zusammen fuhren wir über Limon die Karibikküste hinunter, über die panamesische Grenze bis nach Almirante. Dort brachte uns ein Wassertaxi auf die Inselgruppe Bocas del Toro. Es war der Wahnsinn! :) Urlaubsflair vom Feinsten. Am ersten Tag machten wir eine Bootsausfahrt mit, die echt super war. Mit einigen anderen jungen Leuten fuhren wir in eine Bucht mit Delfinen! Das erste Mal, dass ich welche in freier Wildbahn sah! :) Danach sind wir an einer Stelle mit etwa drei Meter tiefem, glasklarem Wasser schnorcheln gewesen. Lila und orangefarbene Korallen, unzählige bunte Fische.. einfach wunderschön. Die dritte und letzte Station der Ausfahrt war die unbewohnte Insel Cayo Zapatillo. Ein Bilderbuch-Karibikinsel. Ich glaube die Bilder dazu reichen als Beschreibung! :) 
Den zweiten Tag verbrachten wir an einem Strand mit unzähligen großen Seesternen! :) Ich habe so viele und so große noch nie gesehen.


Aber am nächsten Tag gings schon weiter über die Bergstraße, auf die andere Seite, an die Pazifikseite Panamas. Die Strecke war einzigartig. Also ob die Welt dort unberührt ist und sich in all ihrer Schönheit und Weite präsentieren will. Zurück in Costa Rica nächtigten wir in dem kleinen Fischerdörfchen Golfito bevor es am nächsten Tag mit einem Boot nach Puerto Jiminez, auf die Halbinsel Osa, ging.
Eigentlich war unser Plan den Nationalpark Corcovado zu besuchen, aber da die Nationalparkverwaltung nicht die netteste war, haben wir diesen schnell verworfen. Generell haben Anna und ich wenig unserer Reise genau geplant. Wir haben uns auf unser Glück verlassen, das uns auch stets ein treurer Begleiter war. Ohne große Pläne und mit der Idee ein Indianerreservat zu besuchen, kamen wir auf der Halbinsel an. Als wir ein Hostel suchen wollten, kam uns auf einmal jemand nachgelaufen und fragte uns, ob wir einen Platz zum schlafen suchen. Dieser jemand entpuppte sich als Jeik aus Australien, der zusammen mit seiner Freundin Samantha Urlaub in einem Dschungelhostel machte. Sie hatten uns schnell überzeugt, sie zu begleiten und nachdem wir noch Nahrung für 3 Tage eingekauft hatten fuhren wir mit einem kleinen Bus in das Dschungeldörfchen Dos Brazos. Das Dschungelhostel gehörte Ron, einem Einwanderer, der vor Jahren 61 Hekter Regenwald gekauft hat. Er legte mühevoll Pfade durch das ganze Regenwaldgebiet an und baute die vorhandene Hütte zu Herberge aus. Der Ort war wirklich paradiesisch! Außer Sam und Jeik waren noch einige andere da, mit denen wir die Abende bei Kerzenschein (es gab keinen Strom!) und guten Gesprächen verbrachten. Man konnte den ganzen Tag die Pfade entlangspazieren ohne auch nur eine Menschenseele zu treffen. Dafür aber umso mehr Tiere. Wir hatten auch das Glück sechs rote Aras auf einmal zu sehen. Und den Sonnenaufgang über dem Dschungel werde ich auch nie vergessen. All das muss man erlebt haben, denn all die Gerüche und Geräusche, die Laute der Brüllaffen und die vorbeifliegenden Tukane kann man nur schwer auf Bildern festhalten.

 

Weiter nach Norden ging die Reise. Unser nächstes Ziel sollte Quepos sein, das unser Ausgangspunkt für den Besuch des Nationalparks Manuel Antonio war. Aber nach drei Nächten im Dschungel gefiel mit der meistbesuchte Nationalpark Costa Ricas garnicht. Er kam mir so überlaufen und in seiner Ruhe gestört vor. Touristen wohin man blickte. Aber wir verbrachten dort trotzdem zwei Tage am Strand und genossen die Sonne. :)

 

Zurück in Alajuela packten wir meine Mitbewohnerin Kati ein und fuhren mit ihr nochmal an die Karibikküste nach Cahuita, wo wir eine Nacht verbrachten. Außerdem besuchten Anna und ich noch den Vulkan Poas und mussten uns leider 29. Januar verabschieden, da Kati und ich aufs Zwischenseminar fuhren. Serena konnte auf Grund eines Magenvirus nicht mit.

 

Das Seminar ging von Dienstag bis Samstag und wir lernten Freiwillige aus allen möglichen Ländern Mitte Amerikas kennen, wie z.B.: El Salvador und Kuba. Wir bekamen viele Möglichkeiten von unserer Arbeit in der Fundacion zu erzählen, über Probleme zu sprechen, und erfuhren so auch einiges von dem Leben und der Arbeit der anderen Freiwilligen. Wir besuchten außerdem eine Ananasplantage und wurden in den Gesprächen mit Betroffenen, die danach folgten, auf die Probleme der Ananas aufmerksam gemacht. Wir besuchten eine Arbeitergewerkschaft, die uns ansehnlich die Fakten schilderte, z.B.: welche Gesundheitsfolgen die Pestizide für die Arbeiter haben und unter welchen Bedingungen sie ihren geringen Lohn verdienen. Das alles ist echt unfassbar! Es werden Gifte benutzt, die in Europa, verboten sind, da sie nachweislich krebserregend sind, wovon auch viele der Arbeiter betroffen sind. Oft leiden auch schon die Kleinsten durch verschmutztes Trinkwasser an Krebs. Am Besten man kauft nur noch Bioananas und auch Biobananen, die (hoffentlich) ohne giftige Chemie angebaut werden. Die ganze Problematik hat mich echt nachdenklich gemacht. Wir schauten auf dem Seminar auch den Film "We feed the world" (empfehlenswert!!!), der auf erschreckende Weise den Lebensmittelkonsum Deutschlands darstellt. Wir führten interessante Podiumsdiskussionen und besuchten auch eine Ökofinca, die ausschließlich biologische Prdukte anbaute. Auch das Seminar selbst fand auf so einer Ökofinca statt. Es gab nur vegetarisches Essen und man versuchte alles so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten. Außerdem hatten wir die Möglichkeiten bei einer Yogastunde, sowie an einem Tanz- und einem Kochkurs mitzumachen. Ich kann jetzt Tamales machen. :) Die Tico-Nationalspeise, die im Bananenblatt gekocht wird. :) Kati und ich haben während dieser lehrreichen Tage auch einige neuer Freunde kennengelernt, die wir jetzt regelmäßig treffen.

 

Die Woche nach dem Seminar verbrachte ich mit den anderen FÖFlern der Landeskirche, die ihr Jahr in Nicaragua verbringen. Nachdem wir sie beim Hinflug das letzte Mal gesehen hatten, war es echt super, zwei ganze Wochen mit ihnen zu verbringen. Wir fuhren in den Norden Costa Ricas und besuchten ein Thermalbad mit heißen Quellen und den Nationalpark Rincon de la Vieja, der jede Menge Tümpel zu bieten hat, bei denen man die vulkanischen Machenschaften wunderbar sehen kann. Danach ging es nach Nicaragua in das Surferdorf San Juan del Sur, wo wir an drei Tagen unsere ersten Surferfolge erleben durften! Wir haben ein paar echt tolle Tage gemeinsam verbracht, aber nach vier Wochen Urlaub freute ich mich wirklich wieder auf die Arbeit.

 

Ich hatte Angst mich erst wieder einarbeiten zu müssen, aber diese Angst war völlig unbegründet. Meine Kolleginnen empfingen mich mit Umarmungen, fragten sofort wies mir geht und sagten mir, dass ich gefehlt hätte. Ich fühlte mich sofort wieder pudelwohl.

Aber um einen kurzen Einblick in meine Arbeit zu geben:

Eine Sache war nach den Ferien neu: Die Nonnen haben ein Pferd geschenkt bekommen! Auf der Wiese stand jetzt ein Stall und ich träumte die ersten Tage davon, reiten gehen zu können, traute mich aber nicht zu fragen. Als ich einmal dann mit meiner Kollegin Jenny die Kleidung für den nächsten Tag heraussuchte, erzählte ich, dass ich reiten kann. Wieder war das Glück auf meiner Seite und Jenny ging an diesem Nachmittag zur Nonne Patricia und erzählte ihr das. Patricia war begeistert und sagte sofort, dass wir mit den Kindern reiten gehen und ich, ganz an die Ticomentaltität gewöhnt, dachte mir, dass das vielleicht frühestens in 3 Jahren oder so passiert. Aber es kam anderes, bereits am nächsten Tag saßen die Kleinen strahlend oben auf dem Pferd. Die Nonnen wollten dies regelmäßig machen und nach jahrelanger Reiterfahrung machte ich mich via Internet über eine mögliche Pferdetherapie schlau.


Nun arbeite ich seit mittlerweile knapp sechs Wochen wieder und habe es in der Zeit geschafft eine Pferdetherapie auf die Beine zu stellen. Was ich am Anfang für unmöglich gehalten hatte, ist wahr geworden. Die Therapie mit Pferden ist gut für die Sitzmuskulatur und die Haltung des Rückens. Manchen Bewohnern, die unter Spastiken leiden und dadruch sehr angespannt sind, hilft der regelmäßige Takt des Pferdegangs zu entspannen. Jeden Tag darf ich nun mit drei bis vier der Bewohner arbeiten. Ich habe immer mind. eine Ninera dabei, die das Pferd führt. Mit den Kleinen reite ich, wobei es meist primär darum geht, die Muskulatur zu lockern. Bei den größeren Bewohnern ist es nicht nötig, dass jemand mit auf dem Pferd sitzt. Also laufe ich neben her und gebe Anweisungen. Oft benutze ich dabei Gegenstände wie Bälle oder Stäbe und versuch damit einen aufrechten Sitz, eine gesunde Haltung und gleichzeitig ein gutes Gleichgewicht zu erreichen. Und ich habe schon nach wenigen Malen die ersten Erfolge gesehen. Mir macht die Arbeit mit Tier und Mensch unheimlich viel Spaß und ich bin stolz darauf, das Vertrauen der Nonnen zu haben. Denn ich darf das ganze ohne ihre Aufsicht machen und muss nicht nachfragen, ob ich mit dem Pferd arbeiten darf, wie ich das anfangs immer tat. Leider bin ich die einzige, die das Pferd bewegt, aber es gibt mittlerweile einen Therapieplan, so dass viele einmal die Woche die Möglichkeit bekommen auf Pferd zu sitzen.

 

Mein Spanisch wird langsam auch immer besser und insgesamt fühle ich mich hier so richtig wohl! :)

Über die Osterwoche habe ich mir frei genommen und fliege mit eine Freiwilligen aus Nicaragua, die ich beim Seminar kennenlernte, nach Guatemala, um die Mayastätten zu besichtigen. :)
Ich freu mich schon darauf.

Viele liebe Grüße aus dem trockenen und heißen Alajuela!

 

Eure Alex :)