#022 Ein ziemlich guter Tag in der Fundación

Sonntag, 11. November

Ich dachte, ich schildere Mal, wie ein guter Tag in der Fundación aussieht:

 

05.45 Uhr:
Mein Wecker klingelt und ich steh sofort auf, ohne dass er weitere Male klingeln muss. Mein Zimmer ist aufgeräumt und ich gehe duschen.

 

06.05 Uhr:
Ich bin fertig geduscht und angezogen, mache mir einen Kaffee und esse entweder zwei Toasts mit Honig und Nutella oder Cornflakes mit etwas Zucker. Dann setze ich mich vor den PC um trotz Zeitverschiebung mit den Daheimgebliebenen in Kontakt zu bleiben.

 

06.30 Uhr:
Ich verlasse pünktlich mit Serena und Kati das Haus und wir laufen zur Bushaltestelle, die zwei Blöcke weiter ist. Die Sonne scheint, außerdem ist es für die Uhrzeit schon angenehm warm. Der Bus lässt nicht lange auf sich warten und es gibt genügend Sitzplätze.

 

07.00 Uhr:
Wir sind in der Fundación angekommen. Ich verabschiede Serena und Kati am Krankenhaus, welches sich auf dem vorderen Teil des Geländes befindet und gehe weiter bis ich vor den drei Häusern der restlichen Bewohner angekommen bin. Dort warten schon die anderen Nineras (meist 10-12) und die drei Küchenfrauen auf eine der Nonnen um ein paar Alibi-Morgensportübungen zu machen. Dehnen etc. steht auf dem Programm und wir lassen die Kniebeugen heute mal ausfallen. Danach wird gebetet.

 

07.10 Uhr:
Alle Nineras der Häuser gehen gemeinsam in die Lavandería (Wäscherei) um die Massen an Bettlaken, Decken und Kleidung aufzuhängen. Weil das Wetter gut ist, wird die Wäsche schnell trocken sein. Es wird gesmalltalkt und die Stimmung ist gut.

 

07.30 Uhr:
Wir verteilen uns auf die Häuser. Im Haus angekommen teilt eine Nonne mit, was es an diesem Morgen zu tun gibt und teilt ein, welche Nineras in die beiden Bäder gehen. Der Rest macht die Betten. In der Regel gibt es bei mir im Haus mit 18 Bewohnern fünf Nineras, meistens jedoch mehr. Ich darf in das Bad, indem die Mädels gewaschen werden und übernehme das Anziehen. Manche lassen sich nicht gut bewegen was das Anziehen erschwert. Außerdem ist es anstrengend, weil man schnell sein muss, aber dennoch macht es Spaß. Eine Ninera holt die jeweilige Person aus dem Bett, eine andere duscht sie und ich ziehe an. Fließbandprinzip. Yensi steht an diesem Morgen von ganz alleine auf und hilft sogar ihr Bett frisch zu beziehen.

 

08.30 Uhr:
Aus der Küche wird das Frühstück geholt. Es gibt leckeren Haferbrei und noch einen Brei, den ich Dickmacherbrei nenne. Ich will gar nicht wissen wie viele Tonnen Zucker hierbei verwendet werden. Ich füttere Rebecca, die schnell isst und danach ist Yessenia an der Reihe, die am längsten zum Essen braucht. Yetty zickt ausnahmsweise mal nicht rum und auch Leandro isst ohne Wiederworte. Alle sind ruhig und frühstücken entspannt.

 

09.15 Uhr:
Alle Nineras gehen in die Merienda (Vesperpause) sobald alle „Kleinen“, wie die Bewohner immer genannt werden, gegessen haben. Ich bin die Letzte, die mit Füttern fertig ist. Ich bringe Yessenia zu den anderen nach draußen unter das Vordach, wo sie in ihren Rollstühlen sitzen und nichts tun. Yetty ruft mich, ich hole mir eine Umarmung ab und gehe in die Küche des Hauses. Vom Frühstück ist etwas Haferbrei übrig und ich mache es wie die Nineras und fülle mir etwas in eine Tasse ab, die ich erstmal beiseite stelle. Ich spüle das Geschirr, trockne ab und schmeiße die erste Waschmaschine des Tages an (Jedes Haus verfügt über eine eigene Waschmaschine, um die Lätzchen, Unterwäsche, Socken und die maßgeschneiderten Riesenstrampler zu waschen). Ich hänge die letzte Ladung Wäsche des Vortags auf.

 

09.30 Uhr:
Die Nineras kommen aus der Pause zurück und ich nehme meine Tasse Haferbrei und begebe mich zur Hauptküche um mir mein eigentliches Frühstück abzuholen. Serena und Kati kommen aus dem Krankenhaus herüber und es gibt Gallopinto (Nationalgericht: Reis und Bohnen) mit Rührei und Kaffee. Die beiden Mädels, die die letzten 2,5 Stunden mit Betten frisch beziehen verbracht haben, sind ganz neidisch auf meine zusätzliche Tasse Haferbrei. Es gibt was immer genug zu lästern und auszutauschen und nach diesem grandiosen Frühstück geht es für mich zurück ins Haus.

 

09.45 Uhr:
Ich bewaffne mich mit Parfüm, Haargel, Bürste, Kamm und Haargummis und fange an gemütlich die Mädels zu frisieren. Dabei perfektioniere ich meine Flechtfrisuren und ernte das Lob einiger Nineras. Auf Kleidung, Frisur, Parfüm & Deo wird hier wirklich geachtet. Einige Bewohner der anderen Häuser kommen vorbei, wie z.B.: Daisy (Yensis Schwester) oder Eric. Daisy verteilt Handküsse, ruft ihre Schwester und Eric umarmt mich und geht dann zu Yetty, um ihre Hand zu halten.

 

Für die Zeit danach gibt es zwei Varianten die ich beide gut finde:

Variante A:

10.30 Uhr:

Serena und Kati kommen mit Mayra, der Physiotherapeutin, aus dem Krankenhaus herüber und fangen an einige der Bewohner auf eine Art Spielplatz zu bringen. Er befindet sich zwischen den Häusern und dem Krankenhaus und besteht aus einem überdachten Basketballfeld und einer Wiese mit Fußballtoren und Schaukeln. Ich bringe auch einige der „Kleinen“ dort hin und spiele mit Luiz, der im Rollstuhl sitzt, Basketball, mit Avelino, Yenory, Eric und ein paar weiteren Fußball, kegel mit Leandro oder setzte mich zu Delma, Flor, Yetty und den anderen, die im Rollstuhl sitzen, an den Tisch. Am Tisch werden meistens Kleinkinder-Logikspiele gemacht, Puzzle oder Steckspiele. Mit Yessenia, die ich morgens gefüttert habe wird laufen geübt. Sie ist 33 und sieht aus wie 7, bekommt wegen ihrer Größe ausschließlich Kinderklamotten angezogen, was den Eindruck noch verstärkt. Warum sie nicht ohne Stütze laufen kann, hab ich noch nicht ganz herausgefunden. Entweder ist es Übungssache, wobei ich keine Verbesserung bisher bemerkt habe oder sie hat Probleme mit dem Gleichgewicht.

 

11.00 Uhr:
Aus jedem der drei Häuser kommt eine Ninera herüber um den „Kleinen“ Merienda zu bringen. Das ist meist ein leckerer frisch gemachter Saft, oder eine Banane, ein Stück Wassermelone oder Papaya. Yessenia und Marcelina bekommen die Flasche und nachdem alle fertig sind werden sie wieder in die Häuser gebracht.

 

11.15 Uhr:
Serena, Kati, Mayra, ich und meist eine weitere Ninera schnappen und vier/fünf der Kleinen und bringen sie in den Therapieraum im Krankenhaus, um dort Physiotherapie zu machen. Leandro benutzt z.B.: nur seinen einen Arm und mit einen Gummi-quietsche-Ball versuchen wir dann, ihn dazu zu bringen, auch den anderen zu benutzen. Yetty ist ziemlich steif in den Beinen und auch Leandro kann seine Beine nicht strecken. Wir massieren, oder machen Bewegungen die Mayra uns beigebracht hat, damit die Einschränkungen besser anstatt schlimmer werden.

 

11.50 Uhr:
Wir bringen die Kleinen zurück ins Haus.

 

Variante B:

10.30 Uhr:
Alle die nicht auf den Spielplatz gehen werden in die Betten gelegt. Ich habe die drei leichtesten Personen zugeteilt bekommen, die ich immer ins Bett bringe und wieder raushole: Leandro, Yessenia und Mariela. Aber weil die anderen spielen sind, bleibt nur Mariela. Also such ich mir noch jemand anderen, den ich ins Bett bringen kann.
Generell beruht meine Arbeit viel auf Eigenengagement. Ich könnte auch eine Stunde rumsitzen und nichts tun, aber weil ich den Sonderstatus „Freiwillige“ besitze und somit keine Ninera bin, sagt keine der anderen Nineras was. Aber weil ich nicht da bin um rumzusitzen, dackle ich mehrmals am Tag zu Isabell, der Oberninera in meinem Haus, ob ich das oder das tun kann oder frage was es sonst noch zu tun gibt.

 

10.40 Uhr:
Nachdem ich Isa gefragt habe, ob ich die Klamotten richten kann, gehe ich in den Raum, in dem die ganze Kleidung für die Kleinen in meinem Haus lagert und beginne damit die Schlafanzüge für den Abend zu richten. Alle bekommen jeden Tag frische Kleidung und es wird immer darauf geachtet, ob die Farben der ausgewählten Kleidungsstücke zueinander passen. Mir macht das echt Spaß auszusuchen, wer was anzieht. Jenny, eine Ninera die Englisch sprechen kann, hilft mir dabei und wir reden die ganze Zeit. Ich bin echt froh, dass sie da ist, denn sie hilft immer, wenn es Verständigungsprobleme gibt und find es auch schade, wenn sie unter der Woche mal frei hat und somit nicht da ist.

 

11.00 Uhr:
Merienda. Alle bekommen den Saft oder etwas Obst im Bett.

 

11.10 Uhr:
Ich gehe wieder in den Raum mit all der Kleidung. Nachdem ich mit den Schlafanzügen fertig bin, richte ich die Kleidung für den nächsten Tag. Es gibt teilweise wirklich schöne Sachen und manchmal kann ich mich nicht entscheiden welches Oberteil ich nehme oder ich ändere es im Nachhinein nochmal, weil ich etwas gefunden habe, was mir besser gefällt.

 

11.30 Uhr:
Nachdem alle vom Spielplatz zurück sind, werden auch die anderen wieder aus den Betten geholt und in den Saal gebracht, in dem gegessen wird. Bei denjenigen, die gerade aufgestanden sind, wird die Frisur korrigiert.

 

11.45 Uhr:
Wie immer wenn ich grad nichts zu tun habe, schaue ich ob es Wäsche gibt, die aufgehängt werden muss und schmeiß bei Bedarf nochmal eine Waschmaschine an und schnappe mir dann Lätzchen, die ich den Kleinen fürs Mittagessen umbinde. Ich schmuse ein bisschen mit Yetty und mache Yensi einen neuen Zopf. Wenn die Nineras nichts zu tun haben putzen sie. Dann kann es auch mal sein, dass der Flur am Tag zehnmal nass gewischt wird.

 

12.00 Uhr:
Mittagessen. Ich treffe Kati und Serena vor der Hauptküche. Es gibt Paella mit Shrimps, ein kleines Stück Maduro (Gebackene Kochbanane) und einen leckeren Mangosaft. Nachdem wir gegessen haben gehen wie auf die Fußballwiese und legen uns etwas in die Sonne um auszuruhen und zu schlafen.

 

13.00 Uhr:
Ich gehe zurück ins Haus und viele haben schon fertig gegessen. Ich soll mich zu Leandro setzen und ihn zum Essen animieren. Er kann sich nur schwer auf eine Sache konzentrieren und starrt ständig in der Gegend herum. Die Nineras meinen immer, dass er bei mir besser isst. :) Nachdem er sich nun regelmäßiger den Löffel in den Mund schiebt, gehe ich in die Küche und hole mir Yessenias Schüssel. Yessenia wird meist in den Rollstuhl gesetzt, was ich wirklich nicht verstehe. Wenn sie dann wie fast immer ziemlich unruhig ist, wird sie wieder ins Bett gebracht. Also hole ich sie aus dem Bett und ziehe ihr ihre Schuhe an. Anstatt sie in den Rollstuhl zu setzen, nehm ich sie dann an der Hand und führe sie zu den anderen. Sie setzt sich auf den Stuhl und ich füttere sie. Ich bin wieder die Letzte, die mit Füttern fertig ist und bringe Yessenia wieder ins Bett. Die Nineras sind schon wieder am putzen und am wischen und ich kümmer mich um die Wäsche und schmeiß die Lätzchen vom Mittagessen in die Waschmaschine. Ich hänge trockene Wäsche ab, lege sie zusammen und hänge die gewaschene Wäsche auf.

 

13.50 Uhr:
Nun werden auch alle anderen in die Betten gelegt.

 

14.00 Uhr:
Ich gehe in die Lavandería, weil die Nineras schon wieder zum Putzen ausgerückt sind. Irgendwie können sie nicht akzeptieren, dass es manchmal auch nix zu tun gibt. Aber so werden zwei Mal die Woche die Fenster geputzt und alles andere auch in 2-3-facher Ausführung gereinigt. Die Lavandería ist der Tratsch- & Klatschort Nr.1. Es wird immer geredet oder gelästert. Es geht um die Kinder, um die Männer und um die Schwestern. Oft wird geflüstert, um zu vermeiden, dass eine Schwester ihre Lästereien hören könnte. Viele Nineras kommen aus den Häusern, um frische Wäsche zu holen, oder helfen die Wäsche zusammen zu legen.  Und genau das mach ich auch: Wäsche zusammenlegen, was echt super ist, weil ich vor mich hinarbeiten kann und den Gesprächen lauschen kann, ohne selbst viel dabei denken zu müssen.

 

15.00 Uhr:
Ich gehe zurück ins Haus, wo gerade die Merienda vorbereitet wird. Es gibt wieder Obst, Saft oder Kekse. Ich nehme mir zwei, drei Becher und gehe als erstes zu Yetty, die man um die Uhrzeit meistens überreden muss, was zu sich zu nehmen. Sie ist die größte Zicke in dem Haus. Aber die Aussage, „Bitte.. nur für mich“ beschert mir ein Lächeln und zieht so gut wie immer. :) Eigentlich findet sie es dann meistens auch ganz lecker. Wenn ich dann noch Lust habe zehn Minuten neben Yessenias Bett zu stehen, hol ich mir noch ihre Flasche und geh sie füttern. Wie auch beim Essen braucht sie immer am längsten. Danach spül ich die Flasche ab und wenn von der Merianda was übrig geblieben ist nehmen wir uns wieder was davon. Die Nineras gehen in die Pause.

 

15.30 Uhr:
Ich gehe auch in die Pause und hole mir in der Hauptküche meine Merienda. Meistens Kekse und Kaffee. Aber heute gibt es süße Brötchen und Kakao. Wir sind die einzigen, die ihr Essen in der Küche bekommen. Die Nineras bringen ihr Essen alle selbst mit. Manchmal ist das echt etwas komisch und unangenehm. Besonders wenn die übriggebliebene Merienda aufgeteilt wurde, ich aber in der Küche nochmal was bekomme. Aber weil die anderen Nineras sehr nett sind und uns auch so meist was anbieten, bieten wir unser Sach genauso an und die Getränke werden immer gerne getrunken. Generell fragen wir die Nineras eigentlich immer, ob sie was von unseren Getränken haben wollen, weil die uns leider nicht immer schmecken. Manchmal sind die nämlich viel zu süß oder bestehen aus irgendwelchen angerührten Pulvern.

 

15.45 Uhr:
Wir verlassen das Gelände der Fundación um den Bus nach Hause zu nehmen. Ein guter Arbeitstag geht zu Ende und wir kommen um 16.15 Uhr daheim an.

 

Tut mir Leid, dass er so lang wurde!
Das Gegenstück: ein schlechter Tag in der Fundación kommt auch noch! :)

Liebe Grüße aus dem immer wärmer werdenden Costa Rica!

#021 Rapsodia, Heredia und Monte de la Cruz

Samstag, 10.November

Nachdem die Woche wieder einmal rasend schnell vorbeiging, sind wir am Freitag Abend nach San José gefahren. Mit dem Bus brauchten wir fast eine Stunde, da die Autobahnbrücke, wegen eines zu schweren Trucks, eingestürzt war. So fuhr der Bus eine andere Strecke - ohne Autobahn. Wir fuhren zuerst zu Runa, einer Norwegerin, die hier ist, um Spanisch zu lernen und ein Semester zu studieren. Dort wartete auch Simona auf uns und wir aßen Muffins, die Simona mit Hilfe einer deutschen Backmischung gebacken hatte. :) Pakete von zu Hause sind eben was Feines. :) Dann nahmen wir ein Taxi zum Club Rapsodia, der heute mit freiem Eintritt und freien Cocktails für die Mädels warb. Die Location war echt super und wir hatten einen guten Abend. Wir trafen sogar noch Mario, einen Kumpel von Esteban.

Am Samstagmorgen sind wir nach dem Frühstück nach Heredia gefahren, eine Stadt, die nicht weit von Alajuela entfernt liegt. Wir trafen uns dort mit zwei amerikanischen Freunden (Matthew & Mick), die noch eine Freundin (Rebecca) mitbrachten. Wir haben ein bisschen die Stadt angeschaut und wollten auf einen Turm, der aber wegen der vielen Erdbeben in letzter Zeit leider geschlossen war. Dann fuhren wir mit dem Bus auf den Monte de la Cruz. Matthew und Micks Gastvater ist dort oben aufgewachsen und gab uns den Tipp auf den Gipfel zu fahren. Von dort oben soll man einen Blick über das ganze Tal haben. Also nahmen wir den nächsten Bus und fuhren hinauf. Leider war das Wetter oben nicht so gut. Es gab einen ekelhaften, leichten Nieselregen. Da wir nur auf eine Stadtbesichtigung eingestellt waren, erwiesen sich unsere kurzen Hosen und die Sandalen nicht als die beste Ausrüstung, um bei dem Wetter einen Berg hochzulaufen. Aber what doesn't kill you makes you stronger. :) Von dort oben hatten wir tatsächlich eine schöne Aussicht, auch wenn das Wetter nicht gut war. Die Jungs gingen auf Abenteuersuche und wir setzten uns bisschen hin. Sie fanden tatsächlich ein paar Jugendliche, die in Hausruinen eine Art Party feierten. :D Das ganze war ziemlich witzig, aber weil wir mittlerweile echt froren, traten wir den Rückweg zum Bus an. Natürlich verpassten wir den 4-Uhr-Bus und warteten vor einer etwas eigenartigen Bar. Dabei stellte ich fest, dass die normale Temperatur, die wir in Deutschland daheim im Haus haben, 20 Grad beträgt und wir hier wirklich frieren, wenn es nur 20 Grad hat. Fazit: Zurück in Deutschland werde ich erfrieren! Mit dem 5-Uhr-Bus traten wir die Heimreise an und ich kaufte mir unterwegs tatsächlich noch eine heiße Schokolade!

 

In dem Sinne, viele Grüße! :)

#020 Vulkan Poas

Samstag, 3. November

Von Freitag auf Samstag hat Simona bei uns übernachtet. Nachdem wir am Samstagmorgen ihr mitgebrachtes Frühstück verschlungen haben, ging es los Richtung Bus. Alajuela hat mehrere Busstationen, weshalb es nicht immer ganz einfach ist die Richtige zu finden und man auch gerne Mal von einer zu anderen und zurück geschickt wird. Irgendwie finden die Ticos vollständige Beschilderung sowohl bei Bussen, als auch bei Straßen etc., total überflüssig. Aber erstaunlicherweise mussten wir an diesem Morgen nur zwei Mal nachfragen und wurden dann direkt zur richtigen Haltestelle geschickt. Im Bus lernten wir Laura & Laura kennen, zwei deutsche Mädels, die für drei Monate in Costa Rica leben, bevor sie für ein halbes Jahr nach Australien gehen.
Mit dem Bus ging es in den Norden von Alajuela. Immer höher und höher hinauf, an Kaffeplantagen und Rinderfarmen vorbei. Im Nationalpark angekommen erwartete uns leider schlechtes Wetter und Nebel, weshalb wir den Hauptkrater nicht sehen konnten, sondern nur den Kratersee des zweiten Kraters. Aber der hochgelegene Regenwald war trotzdem beeindruckend und seine kleinen Bewohner sorgten für Unterhaltung. :)
Am Abend sind wir nach San José zu einem befreundeten Amerikaner gefahren. Auf dem Weg zu ihm kamen wir an einem Haus vorbei, dessen Tür offen stand. Im Wohnzimmer stand ein prächtig geschmückter Weihnachtsbaum mit Adventskalender, allem drum und dran. Es ist doch erst Anfang November!? Da hat sich wohl jemand im Monat vertan.

Viele Liebe Grüße aus dem fernen sommerlich-heißem Costa Rica! :)
Ich vermisse euch!