#019 Nachtrag

Dienstag, 6. November

Das soll nur ein kurzer Nachtrag sein, um einige der Bilder zu erklären. Am 24. Oktober sind wir der Einladung von Estebans Mutter gefolgt und haben ein Konzert des Schulorchesters von Estebans Bruder besucht. Zum 20-Jährigen Jubiläum des Orchesters fand dieses Konzert in einem tollen, alten Theater direkt im Zentrum San Josés statt. Wir waren echt begeistert, dass ein Schulkonzert an so einem Ort stattfand. Zuerst spielte das Orchester einiger ehemaligen Schüler. Danach kam der Kultusminister von Costa Rica auf die Bühne und spielte ein Musikstück am Flügel. Es war echt unglaublich, dass so eine große Persönlichkeit auf einem Schulkonzert ein Stück spielt. Es war wirklich schön. Danach kam das eigentliche Orchester, in dem auch Estebans Bruder mitspielte. Dem folgte ein Orchester, das aus die Jüngsten bestand und richtig süß war. Dann kam nochmal das Hauptorchester in dem Estebans Bruder sogar ein Solo spielte und am Ende spielten alle einige Stücke gemeinsam. Zwischen diesen Orchesterwechseln gab es immer eine 5-Minütige Pause, was den Abend sehr angenehm gestaltete. Die Musikstücke waren, unter anderem, bekannte Lieder, wie „Eye of the Tiger“ oder Melodien die man aus Disney-Filmen kennt. Bei jedem Lied dachte man sich „Ahhh ja, das kenn ich doch“, was wirklich schön war.
Generell hat der Abend mir sehr gut gefallen und war wirklich etwas Besonderes! :)
Und hier habe ich noch eine Aufnahme des Kultusministers gefunden, in der er dasselbe Stück spielt:
http://www.youtube.com/watch?v=2ZjIvya-BXc

Am darauffolgendem Freitag, den 26. Oktober kamen Esteban und Alejandro zu uns zum Kochen. Wir haben ihnen öfters gesagt, dass wir das deutsche Essen vermissen, und wollten ihnen zeigen, was Spätzle sind! :) Also kochten wir Spätzle mit Champignon-Hähnchen-Rahm-Soße, tranken Rotwein und mit den Kerzen und dem Weihnachtsbaum in unserer Wohnung verbreitete all das ein wenig Weihnachtsstimmung. :) Ein wirklich schöner Abend.

 

Viele liebe Grüße :)

#018 Karneval in Limón

Samstag, 20. Oktober

Vergangenen Samstag bin ich um 3.45 Uhr (!!!) aufgestanden, damit wir um 4.45 Uhr (!!!!!) das Haus verlassen konnten. Wir fuhren nach San José, um von dort aus den 6Uhr-Bus nach Limón zu nehmen. Im Bus warteten Runa (eine Norwegerin) und Simona (Freiwillige) auf uns. Drei Stunden dauerte die Fahrt, die ich komplett verschlief.
Limón gilt als eine der gefährlichsten Städte Costa Ricas; Drogenhandel, Bandenkriege und Prostition.. das Stadtzentrum sah jedoch sehr friedlich und hell aus und vor allem vermutet man keine riesige Großstadt dahinter! Hier an der Karibikküste leben fast ausschließlich farbige Menschen, weil ihre Vorfahren von den Inseln (Kuba, Jamaica, ..) stammen. Das gibt der Stadt einen ganz anderen Flair, als man es aus Alajuela oder San José gewöhnt ist.
Der Karneval in Limón wird anlässlich des Kolumbus-Tag am 12. Oktober veranstaltet und dauert zwei Wochen an. Am 12. Oktober 15?? landete Kolumbus an der Küste des heutigen Limóns, das war das erste Mal in Costa Rica.
Als wir um 9 Uhr endlich ankamen war es schon richtig heiß. Wir liefen durch die Straßen und es war einfach nichts los. Sprichwörtlich tote Hose. Also fragten wir einige Leute wann die Parade beginnt, jeder erzählte uns was anderes und alle waren der felsenfesten Überzeugung, sie wüssten genau Bescheid. Nachdem wir das Gefühl hatten, es gibt in der Gegend nichts mehr zu sehen, suchten wir einen Platz im Schatten. Den fanden wir kurz darauf auf der Tribüne des Baseballstadions von Limón und rätselten über den unergründlichen Sinn dieser Rennerei. Mitterweile herrschte eine richtige Hitze und die Straßen waren immernoch wie ausgestorben. Wir packten unser Vesper aus und beschlossen irgendwann die Verkaufsstände abzuklappern, die anlässlich des Karnevals aufgebaut waren.
Relativ unspektakulär bisher. Wir setzten uns an Straßenrand und warteten. Viel mehr konnte man bei dieser unglaublichen Hitze eh nicht tun und vielmehr gab es in Limón auch nicht zu sehen.
Die Straße füllte sich langsam und irgendwann begann auch endlich die Kinderparade!
Es gab prächtig geschmückte, wunderschöne Wägen mit kleinen Prinzessinnen, Turnerinnen und allerlei anderer verkleideter Kinder. Die Mamas liefen mit Wasserflaschen bepackt fleißig nebenher. Hauptsächlich waren die Gruppen Schulen oder verschiedene Vereine. Es war wirklich schön, aber man sah den Kleinen echt an, dass die Hitze ihnen zu schaffen machte.
Nach einiger Zeit ging die Kinderparade in die Hauptparade über. Ständig liefen Männer durchs Publikum, verkauften Wasser und Bier. Viele Zuschauer tranken auch Bier. Bei der Hitze musste das einem ja echt schnell in Kopf steigen! Es gab die verschiedensten Wägen und Kostüme.
So war ein Wagen eine Werbetribühne für einen Dinopark in dem es lebensgroße Dinos gab, die sich bewegten. Deswegen stand auf dem Wagen auch ein riesiger Dino der Wasser speien konnte. Andere Wägen riefen dazu auf, die Südkaribik nicht weiter zu zerstören und wieder andere fuhren Mädchen in den schönsten Kleidern durch die Straßen. Dann kamen endlich die Teilnehmer, die man vom Lateinamerikanischen Karneval so kennt. Mädels in pailettenbestickten Bikinis und riesigen Federhüten die Sambatanzend durch die Straßen liefen. Das war genau das was ich mir von dem Tag erhofft hatte! Sowas zu sehen und mitzuerleben! Die Musik wurde immer lauter und im Publikum gab es immer mehr Leute die in dieser knallenden Hitze tanzten.
Jetzt wurde mir auch klar, warum die Stadt am Morgen wie ausgestorben war! Alle ruhten sich für die bevorstehende Nacht aus! Gegen 17 Uhr wurde es langsam dunkel und die Straßen verwandelten sich in Partyhochburgen. Es wurde getanzt, gefeiert und getrunken. Die Stimmung war einmalig und die gesamte Parade dauerte über 4 Stunden!
Jedoch nahmen wir um 18 Uhr den Bus zurück nach San José, wo wir abends noch weggegangen sind, um Simonas Geburtstag reinzufeiern.
Nachdem ich 27 Stunden auf den Beinen war und in der Nacht zuvor nur kanpp 3 Stunden geschlafen hatte, verschlief ich fast den ganzen Sonntag. ;)
Muss auch mal sein! :)

Außerdem haben wir jetzt unser Rückflugdatum! Am 9. August bin ich wieder da! :)
Liebe Grüße aus Costa Rica!

#017 Wunderbares Wochenende in Guanacaste

Sonntag, 7. Oktober

Am vergangenen Wochenende sind wir in die Region Guanacaste gefahren. Esteban, ein Freund von uns, holte uns Freitagabend nach der Arbeit ab und wir fuhren 4,5 Stunden nach El Coco, einem Ort direkt an der Küste, im Norden Costa Ricas. Diese Gegend ist die Heißeste und Trockenste des Landes. Spät abends kamen wir bei Estebans Bruder, Alejandro, an. Da dessen Mitbewohnerin zur Zeit in Mexiko ist, durften wir in ihrem Zimmer schlafen. Alejandro wohnt in einer Wohnanlage, in der hauptsächlich Einheimische im Dezember und Januar ihre Ferien verbringen. Es sind größtenteils Mietwohnungen, die Alejandro verwaltet. Aber das ist nur ein Nebenjob, da er eigentlich in der Endphase seines Jurastudiums steckt.
Am Samstagmorgen gab es Eier, Speck und Nutellatoasts. Ein kleines Glas Nutella kostet hier etwa 5 Euro und ist somit ein wahres Luxusprodukt! Daher hatten wir ein richtig tolles Frühstück.
Nachdem alle Strandsachen, inklusive Taucherbrillen und Schnorchel, eingepackt waren, ging es an den Strand. La playa bonita lag nördlich von el Coco und entpuppte sich als echter Geheimtipp!
Der kleine Strand war wunderschön und das Wasser glasklar und angenehm warm. Außer uns waren nur zwei weitere Familien da. Es war einfach unglaublich. Der Strand lag in einer Bucht, weswegen es kaum Wellen gab. Überall auf dem Sand wuselte es. Tausende kleine Einsiedlerkrebse rannten überall herum. Ständig liefen sie über die Handtücher und zogen sich sofort in ihre Muscheln zurück, sobald sie Gefahr witterten.
Sobald man ein paar Schritte ins Wasser ging, spürte man Muscheln und Korallenbruchstücke an den Füßen. Ich ging Schnorcheln und war fasziniert. Im Wasser gab es die verschiedensten farbigen Fische, große Kugelfische und riesige Seeigel. Die meiste Zeit lies ich mich treiben und suchte Muscheln, bis sich auf einmal Aufregung am Strand breit machte. Ich ging zurück zu den anderen und dann entdeckte ich sie auch: Eine Affenfamilie, direkt über unseren Köpfen! Es war der Wahnsinn!
Die Zeit verging sprichwörtlich wie im Flug.
Nachmittags fuhren wir in einen Supermarkt, bei dem man genau merkte, dass er für Touristen ausgelegt war. Denn alle konnten Englisch, es gab Brot und unzähliger anderer Leckereien, die ich zuvor hier noch nirgends gesehen habe. Ich gönnte mir Brötchen, einen Schokomuffin, amerikanische Schokolade und Kakao. Ich vermiss nämlich so sehr richtige Schokolade!!! Hier ist sie teuer und man bekommt sie kaum! :(
Zurück in Alejandros Wohnung sind wir erstmal in den grandiosen Pool gegangen, den die Anlage beherbergt. Danach kochten wir gemeinsam Spaghetti Bolognese. Alejandro hatte sogar Parmesankäse! Ich war so begeistert! :)
Den Abend haben wir am Pool mit lecker gekochter Banane ausklingen lassen.
Das Frühstück am Sonntagmorgen hat dann alles übertroffen! Ich fühlte mich wirklich wie im Urlaub. Es gab Ei, Speck, frische Ananas, Wassermelone, Nutella, Brötchen, Pfannkuchen mit Ahornsirup, Kaffee und Orangensaft. Es war fantastisch. :)
Nachdem Frühstück mussten wir uns leider schonwieder von Alejandro verabschieden, da wir an einen Strand fuhren, der 1,5 Stunden entfernt lag und es von dort aus direkt nach Hause ging. Leider schien die Sonne an dem Tag nicht so, aber trotzdem war es an dem Strand wunderschön. Es gab kaum Menschen dort. Es ist echt von Vorteil mit Einheimischen rumzureisen, da sie die Geheimtipps kennen! :) Die Heimfahrt danach dauerte leider ewig. Wir standen stundenlang im Stau.
Dennoch war dies eines der besten Wochenenden, die ich je hatte! Costa Rica ist wunderschön und hat die unglaublichsten Strände und verschiedensten Gegenden zu bieten. Ich bin wirklich begeistert. :)

Unzählige liebe Grüße aus Costa Rica,
eure Alex